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Virale Infektionen der Atemwege

Virale Infekte der Atemwege: Wie man sich schützen kann

Atemwegsinfekte wie Erkältungen, eine akute Bronchitis oder eine echte Grippe sind hierzulande in den Herbst- und Wintermonaten recht häufig. Dabei können sehr unterschiedliche Viren die Schleimhäute unserer Atemwege befallen.

Doch wie kommen die Viren überhaupt in unseren Körper und wieso sind manche Erreger gefährlicher als andere? Welche Virenarten gibt es und wie kann ich mich vor einer Infektion sinnvoll schützen? Was sind typische Symptome für eine Erkältung, eine Grippe oder für die Atemwegserkrankung COVID-19? 

Wie man sich schützen kann

Kälte, eine niedrige Luftfeuchtigkeit und der vermehrte Aufenthalt in engen Räumen mit vielen Menschen können eine Übertragung von Viren begünstigen, weshalb es vor allem in der feuchtkalten Jahreszeit häufiger zu viralen Infekten der Atemwege kommt.

Beugen Sie dem bestmöglich vor, indem Sie Ihr Immunsystem ausreichend stärken und gegen kleine und große Infekte wappnen. Beachten Sie allgemeine Verhaltens- und Hygienetipps und schützen Sie so sich selbst und Ihre Mitmenschen vor weiteren Infektionen.

Stärkung der Immunabwehr

Stärken Sie das körpereigene Abwehrsystem, indem Sie z.B.

  • Stress dauerhaft vermeiden und für ausreichend Schlaf und Erholung sorgen,
  • wenig Alkohol trinken und auf das Rauchen verzichten,
  • für ausreichend Bewegung an der frischen Luft sorgen,
  • über den Tag verteilt ausreichend trinken und sich dabei ausgewogen und gesund ernähren,
  • regelmäßig kalt-warme Wechselduschen durchführen.
  • unterstützend auf hochwertige pflanzliche Präparate sowie altbewährte Hausmittel zurückgreifen.

Verhaltens- und Hygienemaßnahmen

Neben den zuvor genannten Tipps zur Stärkung der Immunabwehr geht es aber insbesondere auch darum, allgemeine Verhaltens- und Hygienemaßnahmen im Alltag richtig umzusetzen. Nur so lassen sich virale Infekte der Atemwege sinnvoll eindämmen und mögliche Komplikationen auf ein Minimum reduzieren. Dazu gehören u.a. folgende Ratschläge:

  • Husten oder niesen Sie anderen Menschen nicht ins Gesicht, sondern benutzen Sie ein Einwegtaschentuch. Sollte kein Taschentuch zur Hand sein, halten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase. Vermeiden Sie auch Händeschütteln und Umarmungen.
  • Gehen Sie nicht krank zur Arbeit, zum Sport oder zum Treffen mit Freunden.
  • Achten Sie auf ein gesundes Raumklima und lüften Sie hierfür mehrmals täglich gut durch.
  • Meiden Sie in der Erkältungszeit nach Möglichkeit große Menschenansammlungen sowie öffentliche Verkehrsmittel.
  • Waschen Sie die Hände regelmäßig und vor allem gründlich (20 bis 30 Sekunden) mit Handseife. Viele Atemwegsviren z.B. Influenza- oder Coronaviren, haben eine Lipidhülle, also eine äußere Fettschicht. Seife zerstört diese Hülle und inaktiviert behüllte Viren daher sogar noch besser als Handdesinfektionsmittel.
  • Informieren Sie sich über mögliche Schutzimpfungen gegen bestimmte virale Erreger.

Hinweis: Zu den speziellen Verhaltens- und Hygienemaßnahmen im Rahmen der momentan weltweit grassierenden COVID-19-Atemwegserkrankung möchten wir Sie u.a. auf die entsprechenden Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) verweisen.

 

Welche Viren gibt es und wie infiziert man sich?

Mittlerweile kennt man über 200 verschiedene Virenarten, die immer wieder aufs Neue unser Immunsystem (körpereigenes Abwehrsystem) überlisten und uns eine Erkältung bescheren können.
Meist werden diese Erreger durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragen. Man infiziert sich in der Regel also durch das Einatmen von Viren, die beim Husten und Niesen von Mensch zu Mensch gelangen. Zum anderen können die Erreger aber auch über das Berühren kontaminierter Gegenstände wie Türklinken oder über Händeschütteln in die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen gelangen.

Zu den häufigsten Erkältungsviren gehören:

  • Rhinoviren
  • Respiratorische Synzytial-Viren (RSV)
  • Coronaviren
  • Adenoviren
  • Parainfluenzaviren

Grippe und COVID-19

Anders als bei einer Erkältung ist für die echte Grippe das Influenzavirus A oder B  verantwortlich. Diese Viren sind deutlich aggressiver als die klassischen Erkältungsviren und Auslöser für die oft schwer verlaufenden Grippe-Wellen in unserem Land. Influenza-Viren schädigen die Schleimhaut der Atemwege und mindern unsere Abwehrkräfte. Dadurch wird der Körper anfälliger für lebensgefährliche Komplikationen.

Das erstmalig im Dezember 2019 in China aufgetretene neuartige Coronavirus SARS-CoV-2  ist Auslöser für die Atemwegserkrankung COVID-19, die sich 2020 weltweit ausgebreitet hat. Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Laut Robert-Koch-Institut sind aber auch Schmierinfektionen und eine Ansteckung über die Augenbindehaut möglich. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind nach heutigem Stand ältere Menschen über 60  sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (z.B. Asthma, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Patienten mit einer Immunschwäche) und Raucher.

Was passiert bei einer Virusinfektion?

Eintrittspforte für Viren ist typischerweise der Nasen-Rachenraum. Bei einem viralen Infekt der Atemwege dockt das entsprechende Virus an die Zellen im Atemtrakt an und dringt in diese ein. Dort vermehren sich die Viren rapide und führen schließlich zur Zerstörung der sogenannten Wirtszelle. Tausende von Viren werden daraufhin freigesetzt mit dem Ziel, neue Wirtszelle zu befallen. Ein sich wiederholender Prozess, der zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion in unserem Körper führt und unser Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzt und fordert.

Da die Viren die Schleimhaut der Atemwegsorgane schädigen, kann es ferner zu einem vermehrten Eindringen von Bakterien kommen. Durch eine solche zusätzliche bakterielle Infektion entwickeln sich beispielsweise schwerwiegende Lungenentzündungen.

Erkältung, Influenza, COVID-19 – was ist der Unterschied?

Habe ich mir eine Grippe eingefangen? Könnte das Fieber womöglich ein Hinweis auf eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 sein? Oder sind meine Beschwerden am ehesten auf eine normale Erkältung zurückzuführen?

Die nachstehende Tabelle listet die zehn Symptome auf, die im Rahmen von viralen Atemwegserkrankungen am häufigsten in Erscheinung treten. Beachten Sie hierbei bitte, dass diese Auflistung nur der groben Orientierung dient. Die für die verschiedenen Erkrankungsbilder „typischen“ Symptome müssen nicht in jedem Fall vorhanden sein. Es gibt durchaus Betroffene, die trotz Infektion mit Influenza-Viren oder mit dem neuen SARS-CoV-2-Virus milde Verläufe ohne die ganz klassischen Krankheitszeichen aufweisen. Dies kann dann dazu beitragen, dass die Zahl der Neuinfektionen weiter steigt.

Symptom

Erkältung

Grippe

COVID-19*

Fieber

selten

häufig

häufig

Müdigkeit/Abgeschlagenheit

manchmal

häufig

manchmal

Husten

mild

häufig (i.R. trocken)

häufig (i.R. trocken)

Niesen

häufig

nein

nein

Gliederschmerzen

häufig

häufig

manchmal

Schnupfen

häufig

manchmal

manchmal

Halsschmerzen

häufig

manchmal

manchmal

Kopfschmerzen

selten

häufig

manchmal

Atemnot/Kurzatmigkeit

nein

nein

manchmal

Durchfall

nein

manchmal (Kinder)

selten

Übersichtstabelle zu den Symptomen, die im Rahmen von viralen Atemwegserkrankungen am häufigsten in Erscheinung treten können.

Quelle: Der Patientenservice (116117.de) (Stand: 26.03.2020)

*Das RKI (Robert-Koch-Institut) hat die Häufigkeitsangaben zu den Symptomen COVID-19-Erkrankter in Deutschland zuletzt folgendermaßen präzisiert (Stand: März 2020):

  • Husten 55 %
  • Fieber 39 %
  • Schnupfen 28 %
  • Halsschmerzen 23 %
  • Atemnot 3 %

Als weitere mögliche Symptome werden zudem genannt: Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie (Teilnahmslosigkeit) und Schläfrigkeit.

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI)

Während sich virale Atemwegsinfektionen wie eine Erkältung oder eine akute Bronchitis meist über mehrere Tage schleichend und milde entwickeln, verläuft die Influenza häufig deutlich schwerer. Sie beginnt meist mit plötzlich hohem Fieber, Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie trockenem Husten. Dabei fühlen sich die Betroffenen oft sehr abgeschlagen und müssen für einige Tage das Bett hüten.

Bei der neuartigen Atemwegserkrankung COVID-19 werden als häufigste Krankheitszeichen Fieber und Husten benannt, manchmal begleitet von Atemnot. Die Verläufe sind allerdings recht unspezifisch und variieren stark.

Unterschiedliche Inkubationszeiten

Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome ist bei allen drei genannten viralen Atemwegserkrankungen übrigens sehr unterschiedlich. Wichtig hierbei zu wissen ist jedoch, dass die noch symptomlosen Virusträger in dieser Zeit bereits weitere Kontaktpersonen infizieren können.

Während die Inkubationszeit bei einer normalen Erkältung bei etwa zwei bis acht Tagen liegt, beträgt sie bei der echten Grippe lediglich wenige Stunden bis hin zu drei Tagen.

Bei COVID-19 wird derzeit davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung 1 bis 14 Tage dauern kann, bis erste Krankheitszeichen auftreten. Im Durchschnitt beträgt die Inkubationszeit allerdings fünf bis sechs Tage.

Autor: Dr. med. Sonia Trowe

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