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Aktualisiert am 13.07.2023

Kamille (Matricaria chamomilla)

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Die natürliche Heilkraft der Kamille

Lesedauer: 4 Minuten

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) gehört seit Jahrtausenden zu den beliebtesten Heilpflanzen. Aus gutem Grund: Sie kann sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden und erweist sich dabei medizinisch als ein wahrer Tausendsassa. Durch ihre unter anderem entzündungshemmende, antibakterielle und krampflösende Wirkung ist die Echte Kamille eine beliebte Heilpflanze bei Magen-Darm-Erkrankungen und Erkältungen.

Allgemeines zur Kamille

Steckbrief Echte Kamille (Matricaria chamomilla)

  • Beschreibung: einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • Synonyme: Apfelkraut, Weiße Blume, Camille, Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, Kummerblume, Römische Kamille
  • Vorkommen: ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien, vor allem auf Äckern und brachliegenden Wiesen
  • wichtige Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit Proazulenen (a-Bisabolol, Matricin, Chamazulen), Schleimstoffe, Flavonoide, Cumarine, Vanillinsäure
  • Anwendungsgebiete: Magen-Darm-Probleme, Schleimhautentzündungen, Erkältungen und äußerlich bei Wunden
  • mögliche Anwendungen: Tee, pflanzliche Arzneimittel, Tinktur, Öl

Woher stammt die Pflanze und wie erkennt man sie?

Die Echte Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und erreicht eine Wuchshöhe von 15–50 cm. Das genügsame Gewächs stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa sowie dem Nahen Osten, hat sich aber weltweit in allen gemäßigten Klimaregionen verbreitet. Mit der Zunahme der intensiven Landwirtschaft wurde die bevorzugt an Weg- und Ackerrändern wachsende Heilpflanze – als typisches „Ackerunkraut“ – aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt. Sie ist daher heute eher selten anzutreffen. 

Die Blütezeit reicht von Mai bis September, die Haupterntezeit für die Verwendung als Arzneipflanze erstreckt sich auf Juni und Juli. Ein charakteristisches Merkmal der Echten Kamille ist ihr würziger, aromatischer Geruch. Die goldgelben Blütenköpfe tragen etwa 15 weiße Zungenblüten und erinnern mit ein wenig Fantasie an die Sonne. Das kommt auch in der altägyptischen Verehrung als „Blume des Sonnengottes“ zum Ausdruck. 

Was bedeutet die Namensgebung?

Der deutsche Name leitet sich vom altgriechischen „Chamaemelum“ („chamal“ = „niedrig" oder „erdnah“ und „melon“ = Apfel) ab und lässt sich etwa mit „Erdapfel“ übersetzen. Der bodennahe Wuchs und der apfelähnliche Duft der Pflanze sind die vermutlichen Gründe für diese Namensgebung durch die Griechen.

Die Heilpflanze Kamille

Die lateinische Bezeichnung der Echten Kamille lautet Matricaria chamomilla. Der Gattungsname Matricaria weist auf den in früheren Zeiten häufigen Einsatz der Heilpflanze bei Frauenleiden hin. Das lateinische Wort „Matrix“ bedeutet u. a. „Gebärmutter“.

Gibt es auch eine falsche Kamille?

Als falsche Kamille ist das Mutterkraut bekannt, welches ebenfalls zu den Korbblütlern gehört. Die weißgelben Blütenkörbe sehen auf den ersten Blick denen der Echten Kamille zum Verwechseln ähnlich. Die Blütenköpfe sind aber flach und treten nicht als runde Knöpfchen in Erscheinung. Außerdem verfügt die falsche Kamille nicht über ein so großes phytotherapeutisches Wirkspektrum und den (angenehmen) Geruch der Echten Kamille. 

Kamille als Heilpflanze

Welche Inhaltsstoffe sind therapeutisch wirksam?

Die therapeutisch relevanten Inhaltsstoffe finden sich in den Kamillenblüten, für deren Wirkung in erster Linie das ätherische Öl verantwortlich ist. Neben alpha-Bisabolol und Matricin sorgen auch Schleimstoffe und Flavonoide (z. B. Apigenin und Quercetin) für die positiven Eigenschaften der vermutlich weltweit beliebtesten Arzneipflanze. Die typische azurblaue Farbe des Kamillenöls rührt übrigens vom Chamazulen, das bei der Wasserdampfdestillation zur Gewinnung des ätherischen Öls entsteht.

Das Spektrum an Kamille-Präparaten ist breit und vielfältig, wobei der Gehalt an Ingredienzien mit heilender Wirkung stark variieren kann. Neben Flüssigextrakten werden offene Kamillenblüten, getrocknete Kamillenblüten, Tee(mischungen), Tinkturen, das ätherische Öl sowie Cremes, Salben, Gele und Dragees angeboten. Für die Qualität des pflanzlichen Arzneimittels ist dabei die Art der Trocknung und Lagerung der verwendeten Pflanzenteile ausschlaggebend.

Kleine Pflanze mit großer Wirkung

Die verschiedenen wertvollen Inhaltsstoffe machen die Echte Kamille zu einer beliebten Heilpflanze mit vielen positiven Wirkungen. Das Spektrum im Überblick:

  • entzündungshemmende Wirkung
  • antibakteriell
  • krampflösende Wirkung
  • antioxidativ

    Bei welchen Leiden und Krankheiten kommt die Kamille zur Anwendung?

    Die in der Kamille enthaltenden Substanzen üben neben der Bekämpfung der Erkältungserreger und der Unterstützung der Erkältungsabwehr u. a. auch krampflösende, magenschützende, wundheilungsfördernde und antioxidative Wirkungen aus. Deshalb findet die Heilpflanze als Hausmittel bzw. Phytopharmakon außer bei Entzündungen und Reizzuständen im Hals-Rachenraum häufig auch bei folgenden Beschwerden Anwendung:

    • Entzündungen der Schleimhaut
    • bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Haut (z. B. Schleimhaut der Mundhöhle)
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • schlecht heilenden Wunden sowie 
    • Schlaflosigkeit und Nervosität

      Wie hilft die Kamille gegen Erkältung?

      Einige der erforschten Wirkungen der Echten Kamille sind gerade bei einer Erkältung besonders nützlich. Dazu zählen v. a. die folgenden pharmakologischen Effekte:

      • antibakteriell
      • unterstützt das Immunsystem
      • entzündungshemmend
      • wundheilungsfördernd
      • beruhigend

      Die verschiedenen Inhaltsstoffe können also den Körper bei der Erregerabwehr unterstützen und haben gleichzeitig entzündungshemmende Eigenschaften. Sie bekämpfen zudem die Erkältungserreger direkt. Das Wirkprofil der Kamille erstreckt sich damit nicht nur auf die Symptome einer Erkältung, wie z. B. Halskratzen, Schnupfen oder Husten, sondern auch auf die Erkältungsviren. Damit darf der Tausendsassa in einem Präparat wie Imupret® N nicht fehlen.

      Worauf ist bei der Anwendung zu achten?

      Bei dieser Heilpflanze sind keine Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt. Eine Ausnahme bildet die seltene Allergie gegen Korbblütler. Wenn es mal zu allergischen Reaktionen kommt, ist der Grund dafür meistens eine Verunreinigung mit anderen Kamillenarten. Außerdem können selbst hergestellte Zubereitungen aus Kamillenblüten gelegentlich mit Keimen belastet sein und sollten deshalb speziell nicht am oder im Auge angewendet werden! 

      Welche Nebenwirkungen hat Kamille?

      Kamillen-Präparate sind gut verträglich und verursachen in der Regel keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten. Vorsicht ist nur geboten, wenn Betroffene allergisch gegen die Pflanze oder andere Bestandteile in pflanzlichen Kombinationspräparaten sind.

      Anwendungs- und Zubereitungsmöglichkeiten

      Welche Pflanzenteile werden verwendet?

      Für die Herstellung von pflanzlichen Arzneimittel werden die getrockneten Blütenstände verwendet. Hier ist der Gehalt an den wertvollen ätherischen Ölen am höchsten. Für die Herstellung von Kamillenöl können frische oder getrocknete Blütenköpfchen genutzt werden. Das Öl wird durch ein spezielles Verfahren, der Wasserdampfdestillation, aus den Pflanzenbestandteilen gewonnen. Das Kamillenöl kann auch zur äußerlichen Anwendung auf der Haut genutzt werden.

      Kamillentee aus der ganzen Pflanze

      Für die Anwendung als Kamillentee können die Blüten, das Kraut und die Samen verwendet werden. In einigen Ländern wird der Kamillentee gerne als Schlaftee oder zur Beruhigung getrunken. Je weniger Stängel und Blätter im Tee verarbeitet sind, desto hochwertiger ist dieser. 

      Tee oder Extrakt: Welche Unterschiede gibt es in der Wirkung?

      Kamillenblüten werden als Tee, zur Inhalation und als Badezusatz genutzt. Kalter Kamillentee kann auch für Mundspülungen oder zum Gurgeln, etwa bei Zahnfleischentzündung oder Halsreizung, verwendet werden. Zur Inhalation werden entweder eine Handvoll Kamillenblüten oder einige Tropfen Kamillenöl auf heißes Wasser gegeben.

      Die Zubereitung von Kamillentee ist einfach: 1 Esslöffel Kamillenblüten (etwa 3 g) mit 150 ml heißem, aber nicht kochendem Wasser, übergießen, 5–10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Dann kann die Tasse Kamillentee in kleinen Schlucken getrunken werden. Wenn es um die gesundheitsfördernde Wirkung des Kamillentees geht, sind allerdings zwei Dinge zu beachten:

      • bei der Herstellung der überall im Handel erhältlichen Kamillentee-Filterbeutel werden üblicherweise auch Stängel und Blätter mitverarbeitet. Das bedeutet eine Qualitätsminderung gegenüber der Kamille aus der Apotheke, die gemäß Arzneibuch nur aus Blüten besteht.

      • Im trinkfertigen Kamillentee sind wichtige fettlösliche Inhaltsstoffe nur in Spuren enthalten oder fehlen gänzlich. Denn bei der Teezubereitung verdunstet das wirkstoffreiche ätherische Öl oder bleibt im Teerückstand zurück. Im Aufguss fanden sich in Untersuchungen nur noch sehr geringe Anteile an Kamillenöl. 

        Echte Kamille (Matricaria chamomilla) – wichtige Fragen und Antworten auf einen Blick

        Für was ist Kamille gut?

        Die Echte Kamille wirkt entzündungshemmend, krampflösend, antibakteriell und antioxidativ. Das macht sie zu einer bewährten Heilpflanze für die innerliche und äußerliche Anwendung, beispielsweise bei Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum oder im Magen-Darm-Trakt.

        Bei welchen Beschwerden wirkt Kamille?

        Die Kamille besitzt viele wertvolle Inhaltsstoffe mit unterschiedlichen Wirkungen. Deswegen wird die Heilpflanze beispielsweise gerne bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, bei Entzündungen und Erkältungen eingesetzt. Zur Verfügung stehen dabei verschiedene pflanzliche Arzneimittel oder auch einfach eine Tasse Kamillentee – je nach Art und Ausprägung der Symptome.

        Zusammen mit diesen Heilpflanzen trägt der Kamille zur Wirkung des Phytotherapeutikums in Imupret® N bei Erkältungen bei:

        Autorin unseres Artikels
         
        Dr. med. Sonia Trowe, Medizinjournalistin

        Dr. med. Sonia Trowe
        Medizinjournalistin

          Studium:
        • Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
          Berufliche Stationen:
        • BG Klinikum Hamburg, iDerm, Dermatologische Gemeinschaftspraxis in Hamburg

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        Medizinische Prüfung
        des Artikels
        Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin

        Medizinisch geprüft von
        Dr. med. Monika Steiner
        Medizinjournalistin

          Studium:
        • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
          Berufliche Stationen:
        • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
        • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung

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